Der lange Ritt durch die Ukraine

Unsere Etappe am Mittwoch führte uns von Kiew immer Richtung Süd-Westen bis in die Nähe der Rumänischen Grenze.

Dabei haben wir anfangs die Autobahn aus Kiew heraus genommen und sind später auf kleineren Straßen weiter gefahren.
Für die ukrainischen Straßenverhältnisse haben wir unglaubliche 553km geschafft.
Auf dem Weg wurden wir auch wieder mehrfach von Passanten, Kindern und sogar Polizisten gegrüßt. 

Die Nacht verbrachten wir auf einem Zeltplatz am Ende der Welt! Der Weg hierher ist eine steile, teilweise stark ausgewaschene Piste bergab. In Deutschland würde hier keiner mehr weiter fahren und erwarten das da noch ein Zeltplatz kommt.

Da wir mittlerweile auf unserer Tour Halbzeit haben, hier ein paar Werte für die Statistik:
Gesamtstrecke: ca. 4.200km
Kilometer pro Tag: ca. 314km
Wobei man da bedenken muss, dass wir mit Fähre, Besuch in Sumy und Kiew insgesamt 4 Tage Pause hatten.
Spritmenge: 250 Liter
Durchschnittspreis pro Liter: 1,001€

Heute geht es über die Grenze nach Rumänien und damit wieder in die EU!


















Wandertag in Kiew

Heute waren wir in Kiew unterwegs. Die Stadt ist einfach gigantisch! Die richtigen Ausmaße werden einem nur bewusst, wenn man auf den Hügeln entlang des Dnjepr spaziert und über die Stadt blickt.

Das Highlight heute war der Aufstieg auf die Aussichtsplattform der Mutter Heimat Statue in 91m Höhe.
Den größten Teil der Strecke kann man mit dem Fahrstuhl zurücklegen aber das letzte Stück muss man durch den Arm der Statue im Inneren auf schmalen Leitern klettern.

Ansonsten haben wir Kiew zu Fuß und im Taxi, teilweise zu viert auf der Rücksitzbank, erkundet.

Der Besuch der Deutschen Botschaft verlief dann doch unspektakulärer als erwartet.
Jan durfte nur alleine rein, hat einen vorläufigen Reisepass beantragt und diesen konnten wir am Nachmittag schon abholen.

Morgen wird dann endlich wieder Motorrad gefahren! Es geht von Kiew aus süd-westlich in Richtung der rumänischen Grenze.
























Eine Reise in eine vergessene Welt

Tag zwei unseres Aufenthaltes in Tschernobyl begann mit einem guten Frühstück im Hotel.
Danach ging wieder los in die Geisterstadt Pryp’yat.
Dort besichtigten wir das Schwimmbad, die Schule und anschließend die Polzeiwache mit dem Gefängnis und die Feuerwehr.
Es waren unglaublich interessante Orte und dank der guten Tourorganisation konnten wir einige Gebäude von Innen besichtigen.
In Deutschland wäre so etwas unvorstellbar, da alle Gebäude quasi einsturzgefährdet sind und man bei uns mindestens Helm und Sicherheitsschutzschuhe tragen müsste.

Nach dem Besuch Pryp’yats ging es weiter zu einem Ort, den man sich so nie vorstellen könnte.
Im Kalten Krieg haben die Sowjets in der Nähe von Tschernobyl eine riesige Radarstation (150m hoch) gebaut um den Start von amerkianischen Interkontinentalraketen frühzeitig zu bemerken.
Die Signale dieses Radars konnten weltweit im Radio auf Kurzwelle gehört werden und wurden als russischer Specht (Russian Woodpecker) bezeichnet.
Vor dieser Anlage zu stehen ist unbeschreiblich!

Am Nachmittag besuchten wir noch einen der wenigen Self-Settlers in der Sperrzone. Dies sind Menschen, welche nach der Evakuierung wieder in ihr Dorf zurück gegangen sind, obwohl dort teilweise erhebliche Strahlenbelastungen herrschten.
Die meisten sind bereits über 80 Jahr alt und leben weitestgehend als Selbstversorger.

Morgen erwartet uns ein spannender Tag in Kiew... ich will noch nicht zu viel verraten, aber ein Besuch der Deutschen Botschaft steht ja auch nicht auf jeder Sightseeingliste in Kiew.