Mit 80 über den Mond

„Für nen 10er pro Mann, kann man eben nicht mehr erwarten.“ - so oder so ähnlich lautet das Resümee der letzten Nacht.
Das Hotel sah von Außen dem Zustand der Umgebung entsprechend aus und das Foyer war sehr in Ordnung.
Doch als wir die Zimmer betraten, kam die Enttäuschung, denn diese waren nicht renovierungs- sonder schon eher sanierungsbedürftig.
Das Frühstück war aber ganz gut und gab uns genug Energie für die weitere Fahrt.
Zunächst ging es aus der Stadt heraus Richtung Süden, bevor wir dann leicht nach Osten schwenkten.

Die Straßen wurden zunehmend schlechter und der Titel sagt ja schon, wie diese teilweise beschaffen waren.
Ein Krater reihte sich an den nächsten und wir fuhren im Slalom mit fast 80 hindurch.
Naja und das dabei nicht alle „Kegel“ stehen geblieben sind ist klar.
Uns machte das nicht viel aus und so ging es weiter flott voran.
Zum Mittag machten wir eine Pause in einem Gasthaus in einem kleinen Dorf.
Danach ging es wieder zurück auf die Piste bis wir dann doch eine ungeplante Zwangspause einlegen mussten, da Tilos Vorderreifen platt war.

Doch nun zeigte sich das Talent unseres Chefmechanikers Tilo und die gute Zusammenarbeit in der Gruppe.
Innerhalb kürzester Zeit war der Schlauch gewechselt und das Rad wieder montiert.

Die Fahrt ging weiter über die gleichen Pisten bis wir in die Nähe des anvisierten Zeltplatzes kamen. Dieser war nicht so leicht zu finden und als wir den richtigen Weg gefunden hatten, überkam uns ein komisches Gefühl.
Und tatsächlich, auch dieser Zeltplatz war nicht mehr in Betrieb! Also ging es wieder weiter und nach einigen Überlegungen und etwas Recherche im Internet haben wir nun eine Unterkunft gefunden. Deutlich besser als die der letzten Nacht und eigentlich schon viel zu nobel für uns, übernachten wir heute in einem Country Club.























Ausflug ins Grüne

Nichts kann eine Adventure stoppen... naja, außer ein im Moor versunkener Weg.

Heute ging es nach dem gemütlichen Frühstück in unserer Unterkunft gegen 9:30Uhr los.
Die Route ging zunächst wieder auf die größere Hauptstraße, bevor wir von dieser in Richtung einer Halbinsel und dem Ufer des Ladogasees abbogen.
Dort erwartete uns eine fast 10km lange Schotterpiste durch den Wald, welche wie für uns gemacht war.
Am Ende dieser ist ein kleines Dorf und ein Leuchtturm, welchen man leider nicht näher besichtigen konnte.
Für die Mittagspause blieben wir dort und fuhren abschließend den selben Weg wieder zurück.
Zwischendrin lotst uns das Navi noch auf einen kleinen Feldweg, welcher mit jedem Meter mehr und mehr eine Piste mit großen Pfützen wurde.
Rechts und Links dieses Weges lag, wie scheinbar für den Ladogasee typisch, ein Moorgebiet.
Und schließlich endete auch der Weg in diesem Sumpf und war nicht mehr zu erkennen.
Also wendeten wir unsere Maschinen und fuhren zurück zur Hauptstraße.
Dieser folgten wir dann bis Nowgorod wo wir uns eine Bleibe für die Nacht gesucht haben.
Beim dritten Versuch sind wir fündig geworden. Nr. 1 gab es nicht mehr und Nr. 2 war leider ausgebucht. Beide waren aber laut Internet frei und verfügbar ;-)

Morgen geht die Reise weiter in Richtung Süden!





















Welcome to Russia!

Wie weit kommt man eigentlich in Russland ohne auf einen Kontrollposten zu stoßen?

Bei uns hat es heute keine 10 Minuten gedauert. Wir waren eben erst über die Grenze und wollten auf eine kleinere Nebenstraße einbiegen, als uns dort nach wenigen Metern zwei Wachmänner gestoppt haben und uns die Weiterfahrt nicht gestatteten.
Alle anderen durften aber passieren.

Der Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück direkt am See. Anschließend wurden die Zelte wieder verpackt und es ging bei schönem Wetter um kurz nach 9:30 auf zur russischen Grenze.
Auf den guten Straßen Finnlands erreichten wir diese gegen 12:00 Uhr.
Die Ausreise dauerte insgesamt nur 10 Minuten und ging damit ca. 15mal schneller als die Einreise nach Russland.
Hier wurde zunächst kontrolliert ob wir unsere Pässe dabei haben.
Und dann begann mit dem Ausfüllen der Einreiseformulare die Bürokratie. Dabei half uns einer der russischen Grenzbeamten und wir bekamen nach nochmaligem Anstellen unsere Einreisestempel in die Pässe.
Anschließend ging es weiter zum Zoll. Beim ersten Formular half uns ein Finne der selbst auch Motorrad fährt und nach kurzer Zeit stellten wir uns optimistisch in die Warteschlange beim Zollschalter. Die Beamtin dort schaute sich alles genau an und lief dann mit meinem Pass, Fahrzeugschein und den Formularen ins Hauptgebäude. Dabei signalisierte sie uns, dass wir ihr folgen sollen.
Drinnen gab Sie meine Dokumente an einen Kollegen weiter.
Uns wurde kurz etwas mulmig, da wir nicht wussten was nun passieren wird.
Es stellte sich heraus, dass wir noch ein weiteres Formular ausfüllen sollten.
Dieses Mal half uns der Zollbeamte und erklärte mit ein paar Worten Englisch, was wir an welcher Stelle eintragen sollen.
Schließlich hatten wir es nach 2,5 Stunden geschafft und durften nach Russland einreisen.

Unser eigentlich geplanter Weg wurde uns, wie bereits geschrieben, von zwei Wachmännern versperrt.

Also ging es weiter auf der größeren Straße, welche sich in schönen Schwüngen durch die weiten Wälder bahnte.
Durch die ein oder andere Baustelle und kleinere Nebenstraßen gab es auch ein paar Schotterpassagen.

Die nächste Herausforderung des Tages war es eine Tankstelle zu finden.
So komisch es klingen mag, aber dies sollte sich tatsächlich schwieriger gestalten als gedacht. Denn manche in der Karte eingezeichnete Tankstelle war dann doch nicht mehr da.
Bei Nr. 2 stellte sich heraus, dass ausgerechnet die Maschine an welcher kein zusätzlicher Reservekanister mitgeführt wird, seit 30km auf Reserve läuft. Also bekam Robin einmal 3Liter aus dem Kanister von Jan in seine BMW 650.
Normalerweise sollte diese Maschine deutlich weniger verbrauchen als unsere großen 990er, aber irgendwas ist da wohl nicht normal...

Bei dem „Tankstop“ mussten wir auch feststellen, dass von der BMW der erste Tribut an die russischen Straßen gezahlt wurde. Der Motorschutz und eine Schelle am Auspuff haben sich durch die starken Vibrationen und teilweise heftigen Schläge gelöst.
Das Problem mit dem Motorschutz wurde schnell gelöst, siehe unten.

Und weiter ging die Suche nach einer funtionierenden Tankstelle. Diese lag ca. 60km von uns entfernt, was dann auch für uns auf den KTM 990er Adventure etwas eng werden könnte.
Dort angekommen, stellten wir fest das es offenbar nur Benzin mit 92Oktan gibt, aber wenigstens die Visa Karten wurde akzeptiert. 
Da unsere Motoren zwar den schwächeren Sprit vertragen, wir aber nicht zu viel davon mitnehmen wollten, haben wir nur halbvoll getankt und sind weiter zur nächsten Tankstelle.

Dort gab es dann auch Benzin 95, Cappuccino und dank der freundlichen Angestellten wurde uns auch noch eine Unterkunft für die Nacht vermittelt.
Heute haben wir uns für eine feste Hütte und gegen das Zelt entschieden. Was zum Einen am mittlerweile regnerischen Wetter und zum Anderen an der Uhrzeit lag.
Wir waren heute insgesamt fast 10Stunden unterwegs und haben unser erstes Reiseziel den Ladogasee schon fast zur Hälfte umrundet.

Morgen geht es, bei hoffentlich wieder besserem Wetter, weiter an den See und Richtung Süden.

Abschließend sollte noch gesagt werden, dass die Beamten an der Grenze alle sehr freundlich und hilfsbereit waren. Im Vergleich zu 2010 war die Überquerung der Grenze heute wesentlich entspannter.
Und die Landschaft ist einfach wunderbar!
Morgen gibt es davon sicher auch ein paar Bilder zu sehen.